Sonntag, 18. März 2012

Dafür danke ich allen

David Servan-Schreiber lehrte an der Universität Pittsburg, wo er das Zentrum für integrative Medizin gründete. Im Alter von 31 Jahren wurde bei ihm ein aggressiver Hirntumor diagnostiziert, dem er 19 Jahre lang erfolgreich widerstand. Kurz nach Veröffentlichung dieses Buches erlag er am 24. Juli 2011 seiner Krankheit.

„Man sagt sich mehr als einmal Lebewohl“ ist ein streckenweise bewegendes und auf vielfältige Art hilfreiches Buch. Besonders hilfreich empfand ich Sätze wie diese:

„In kritischen Situationen ist die beste Vorbeugung gegen Verzweiflung, wenn man sich ganz auf das Handeln konzentriert.“

„Was für ein herrliches Gefühl, wenn man erkennt, dass man nicht Künstler sein muss, um das eigene Leben als einen kreativen Prozess zu leben!“

Ganz wunderbar gefallen hat mir auch diese Stelle hier:

„Es gibt ein sehr schönes Bild in dem Roman 'Freitag oder das Leben in der Wildnis'. Michel Tournier spricht darin von einem Büffelschädel, der in einem Raum hängt, und wenn der Wind hindurchstreicht, entstehen Töne. Wer erzeugt die Musik: der Schädel, der Wind oder das Zusammentreffen der beiden?“

Verständlich, wenn auch weniger überzeugend sind des Autors Anstrengungen, seinen von ihm entwickelten Antikrebs-Lebensstil zu verteidigen. Und noch weniger überzeugend, ja so recht eigentlich fast schon befremdend, fand ich seine Aussage: „Ich bedauere nichts.“ Ich hätte mir den Mann lernfähiger gewünscht! Wobei: ganz so einfach macht er es sich ja dann doch nicht.

Hinweisen möchte ich jedoch vor allem auf dies:

„Die grosse Erkenntnis, die ich während meiner wissenschaftlichen Laufbahn in den letzten zwanzig Jahren gehabt habe, ist auch die grösste Entdeckung der modernen Ökologie: Es ist der einfache und grundlegende Gedanke, dass das Leben der Ausdruck von Beziehungen in einem Netz ist und nicht eine Reihe punktueller Ziele, die einzelne Individuen verfolgen. Das gilt für Ameisen, Giraffen und Wölfe genauso wie für Menschen. Ich hatte das Glück, durch meine Beziehungen zu all jenen, die sich für ökologische Ideen begeistern, meine Kreativität ausdrücken und etwas zum grossen Ganzen beitragen zu können. Dafür danke ich allen."

David Servan-Schreiber

Man sagt sich mehr als einmal Lebewohl
Verlag Antje Kunstmann, München 2012

Sonntag, 11. März 2012

A most helpful prayer

Lord, make me an instrument of your peace.
Where there is hatred, let me sow love.
Where there is injury, pardon.
Where there is doubt, faith.
Where there is despair, hope.
Where there is darkness, light.
Where there is sadness, joy.
O Divine Master, grant that I may not so much seek
to be consoled, as to console;
to be understood, as to understand;
to be loved, as to love;
for it is in giving that we receive,
it is in pardoning that we are pardoned.
It is in dying that we are born to eternal life.

Saint Francis of Assisi

Sonntag, 4. März 2012

Fighting temptation

The temptation is still there, always there, the urge to drink drug and destroy never leaves, but I'm getting used to it. It's like a rash, a nasty fucking rash, constant, annoying and painful. I'd like to scratch it till kingdom fucking come but if I do I die and I don't want to die.

James Frey
My Friend Leonard

Sonntag, 26. Februar 2012

Las 24 horas del día

Un miembro de A.A. nunca hace la promesa de que no volverá a tomar en lo que le resta de vida. No sabe si beberá mañana, pero si puede abstenerse de tomar las veinticuatro horas del día de hoy. Por una parte, el día de ayer ya pasó; por la otra, nadie sabe lo que sucederá mañana. En consecuencia lo que está en sus manos es tratar de no beber las veinticuatro horas del día de hoy. Estas veinticuatro horas llegan a sumar días, semanas, meses, años ...!toda una vida!

Carlo Coccioli: Hombres en Fuga
La gran aventura de los A.A.

Sonntag, 12. Februar 2012

Blind to our blindness

We're blind to our blindness. We have very little idea of how little we know. We're not designed to know how little we know. Most of the time, [trying to judge the validity of our own judgements] is not worth doing. But when the stakes are high, my guess is that asking for the advice of other people is better than criticising yourself, because other people are more likely – if they're intelligent and knowledgeable – to understand your motives and your needs.

From: "Thinking, Fast and Slow" by Daniel Kahneman

Sonntag, 5. Februar 2012

Sich selber umbauen

Die zentrale Frage muss daher sein, wie ich diesen alten Halligalli-Christoph mit seinem Bedürfnis, wahrgenommen zu werden und überall dabei zu sein, umbauen kann. In den letzten drei Monaten ist ja schon einiges, was gar nicht mehr geht abgebröckelt. Aber die Aufgabe wird sein, weitere Seile loszulassen und einen Weg einzuschlagen, der wahrscheinlich nicht mehr viel zu tun hat mit dem, den man mal gegangen ist. Dem hinterherzutrauern bringt nichts. Das ist gewesen, und das ist traurig, aber das ist eben so ... Der nächste Schritt muss sein zu schauen, was man in seiner Eigenart noch so tun kann, auf welchem anderen Gebiet man tätig werden kann. Mehr ist es ja nicht.

Christoph Schlingensief