Die Frage ist natürlich, was wir wissen können“, sagte Emma, als sie wieder einmal miteinander telefonierten.
„Du meinst eindeutig wissen können?“, fragte Hugo.
„Ja, genau. Diese hirnlosen Attacken auf das sogenannte Schwarz/Weiss-Denken nerven mich. Zum Einen, weil wir ums Simplifizieren gar nicht herum kommen, dann aber auch, weil nicht Weniges eindeutig schwarz und weiss ist.“
„Woran denkst du gerade?“
„Also, du bist entweder schwanger oder nicht. Oder aus dem Gebiet der Sucht: Du trinkst oder du trinkst nicht. Ein Dazwischen gibt es für Alkoholiker nicht.“
„Auch die Regeln, denen das Universum gehorcht, sind auf dem grundlegendsten Niveau nicht verhandelbar sind, habe ich letzthin gelesen.“
„Ihr Gefühl sage ihr etwas anderes, hat mir letzthin eine Patientin gesagt, worauf ich antwortete: Ihr Gefühl irrt. Sie ist dann nicht mehr gekommen.“
„Der Kunde ist König! Kann man das überhaupt noch sagen. Oder heisst es heute: Die Kundin ist Königin?“
„Ich kann nicht behaupten, dass mich das wahnsinnig beschäftigt.“
„Diese Ego-Zentriertheit – ich denke, ich fühle, ich sehe – ist zwar nachvollziehbar, schliesslich erlebt sich jeder und jede als Zentrum des Universums, aber schon auch ziemlich hirnrissig, angesichts der Millionen von Galaxien.“
„Du sagst es.“

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