Mittwoch, 13. Mai 2026

Was einem zufällt

Nancy, Frankreich, 15. November 2024

Dass ich seit einigen Jahren viele Blumen, die ich meist heranzoome, fotografiere, erkläre ich mir damit, dass meine Augen plötzlich sehen, was sie viele Jahre nicht wahrgenommen haben. Sie fallen mir neuerdings einfach zu.

Nicht nur bei Blumen, auch bei Buchpassagen ist das so. War mir fast ein Leben lang der Imperativ, ein Buch müsse von Cover zu Cover gelesen werden, selbstverständlich, so ist das heute gänzlich anders. Ein Buch zur Hand zu nehmen, ob gelesen oder nicht spielt keine Rolle, darin zu blättern und aufs Geratewohl Sätze zu lesen, führte in letzter Zeit dazu, dass ich mir einigem Erstaunen konstatieren konnte, dass mir immer mal wieder Sätze bzw. Einsichten zufielen, die ich als enorm hilfreich empfand. 

"The Buddhist premise is that by reflecting, by contemplating, and by understanding that common human experience, we can transcend all the mental delusions that create human suffering." (Ajahn Sumedho: The Mind and the Way).

"Wenn du dich im Kontext der gesamten Schöpfung betrachtest, bist du ein Nichts. Wenn du verstehst, dass du ein Nichts bist, wirst du heilfroh sein, dass die Dinge überhaupt so geschehen, wie sie es tun (...) dann wird dir heilfroh sein, dass du zumindest atmest, dass dein Herz schlägt, dass du am Leben bist und soweit alles klappt." (Sadhguru: Death).

"Die meisten Erfindungen menschlicher Zivilisation entspringen der Todesangst, die Todesangst wiederum entsteht dem Menschen aus der unverstandenen Natur." (Frank Witzel: Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969).

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