Mittwoch, 25. Februar 2015

Addiction is just there

In 2006, he checked himself into the Hazelden center in Springbrook, Ore., to be treated for an addiction to alcohol, having fallen off the wagon after some 20 years of sobriety.

He later explained in an interview with ABC’s Diane Sawyer that this addiction had not been “caused by anything, it’s just there.”

“It waits,” Mr. Williams continued. “It lays in wait for the time when you think, ‘It’s fine now, I’m O.K.’ Then, the next thing you know, it’s not O.K. Then you realize, ‘Where am I? I didn’t realize I was in Cleveland.’ ”

Robin Williams (1951-2014) 
The New York Times, 9 August 2014

Mittwoch, 18. Februar 2015

Words of Wisdom

Paradise is a state of mind.

The future is made of the same stuff as the present.

Simone Weil

Mittwoch, 11. Februar 2015

On Drinking and Loneliness

I had walked into that first meeting carrying some pretty heavy baggage on my back, labelled SELF-PITY, FEAR, ANGER AND 'LONELINESS'. That night I dumped the sack marked LONELINESS in the middle of the floor and I've never carried it since. All I had to do, my new friends were telling me, was to be willing to keep an open mind and to be honest with myself. They know how I was feeling because they had been there, and suddenly I no longer felt alone.

Carol Bristow: Central 822

Mittwoch, 4. Februar 2015

Vom Umgang mit Angst

Scott Stossel, Redakteur von The Atlantic, hat vor so ziemlich allem Angst und so recht eigentlich gibt es nichts, das ihn nicht beunruhigt. Aus heiterem Himmel überkommt ihn „tiefe existenzielle Furcht“; er wird dann von „Übelkeit, Schwindel, Zittern und einer breiten Palette weiterer körperlicher Symptome heimgesucht.“

Seine Phobien, Neurosen und Ängste begannen bereits im zarten Alter von zwei; zum ersten Mal in einer Nervenklinik untersucht wurde er mit zehn. Mit diversen Methoden – darunter alle gängigen Therapien und Medikamente sowie Bier, Wein, Gin, Bourbon, Wodka und Scotch – hat er versucht, seine Angst zu überwinden. Mit fast gar keinem Erfolg. Medikamente in Verbindung mit Alkohol wirkten am besten, doch nur auf eine konkrete Situation bezogen. Gegen die Grundangst, die sein Leben bestimmte, schien kein Kraut gewachsen.

Nun ist Angst nichts Neues, die Debatte um ihre Ursache und Bekämpfung ist schon Jahrtausende alt und spielt sich heute zwischen Psychopharmakologen und Psychiatern einerseits und Psychologen andrerseits ab. Während diejenigen, die Medikamente verschreiben dürfen (die Psychopharmakologen und Psychiater) die Behandlung mit ebendiesen befürworten, sind diejenigen, die das nicht dürfen (die Psychologen) dagegen und machen sich für die kognitive Verhaltenstherapie stark, die eine Korrektur der Wahrnehmung als Mittel gegen die Angst propagiert.

Stossel tut beides: er lässt sich über viele Jahre hinweg von Psychopharmakologen diverseste Medikamente verschreiben und von kognitiven Verhaltenstherapeuten beraten. Nicht von irgendwelchen, sondern von den höchst angesehenen aus Harvard und Stanford. Eigenartigerweise scheint ihm nicht aufzufallen, dass seine Ängste etwas mit seiner Erwartungshaltung zu tun haben könnten: er selber hat an sich den Anspruch perfekt zu sein, und an die anderen (Harvard, Stanford) stellt er dieselben Ansprüche.

„Angst“ ist ein höchst informatives Buch. Und eine riesige Fleissarbeit. Es ist beeindruckend, was Scott Stossel alles zusammengetragen hat. Der Untertitel der deutschen Ausgabe, „Wie sie die Seele lähmt und wie man sich befreien kann“ ist jedoch irreführend, denn dieses Buch gibt keine Anleitung, wie man sich von der Angst befreien kann. Und die englische Originalausgabe „My Age of Anxiety. Fear, Hope, Dread and the Search for Peace of Mind“ behauptet es auch gar nicht.

Clevere Einsichten hat Scott Stossel zuhauf. Er weiss, dass seine Angst, die oft unerträglich ist und ihn unglücklich macht, auch eine Gabe ist. So erlaubt ihm etwa seine ängstliche Phantasie „unvorhergesehene Entwicklungen oder unbeabsichtigte Folgen schon im Voraus stärker zu berücksichtigen, als es ein weniger wachsames Naturell tun würde.“ Dazu kommt: „Dank der sozialen Fähigkeiten, die mit meiner Leistungsangst einhergehen, kann ich ausserdem Situationen rasch erfassen, Menschen anleiten und Konflikte entschärfen.“ Und nicht zuletzt hält ihn seine Angst vielleicht auch am Leben. „Es ist unwahrscheinlich, dass ich in der Ausübung einer Extremsportart ums Leben komme oder einen Kampf provoziere, bei dem ich am Ende erschossen werde ...“.

Der mit einem von seinen Vorfahren geerbten pathologischen Genotyp geschlagene Scott Stossel, der unter vielen körperlichen und emotionalen Angstqualen leiden muss und auf Medikamente angewiesen ist, ist wesentlich weniger schwach als er sich wahrnimmt. Dass und wie er mit seiner Angststörung zurecht kommt, ist beeindruckend und Ausdruck grosser Stärke.

Scott Stossel
Angst
Wie sie die Seele lähmt und wie man sich befreien kann
C.H.Beck, München 2014

Mittwoch, 28. Januar 2015

The Dangers of Heavy Drinking

I just read an article on the dangers of heavy drinking.

Scared the shit out of me.
So that's it!
After today, no more reading.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Ohne einen blassen Schimmer

Er erwachte ohne einen blassen Schimmer zu haben, wo er war oder wie er hierhergekommen war. So viel zum Alkohol.

Kate Atkinson: Das vergessene Kind

Mittwoch, 14. Januar 2015

Warum Huckleberry Finn nicht süchtig wurde

Sucht ist ein Handeln, "über das ein innerer Zustand des Unglücklichseins, der Spannung und der Unruhe oder der qualvollen Leere verändert werden soll", schreibt Eckhard Schiffer. Das Ziel ist also Befriedigung. Und die will man nicht nur schnell, sondern sofort. Und auch wenn man weiss, dass dieser Weg in die Selbstzerstörung mündet, so wird er trotzdem gegangen.

Erfreulich klar hält der Autor fest: "'Weitermachen trotz Selbstzerstörung', diese Devise gilt für die Alkohol- und Drogensucht als auch für die Fress- und Magersucht, gleichfalls aber auch für das Auffressen unseres Planeten. Wir machen weiter, obwohl wir wissen, was wir anrichten. Unser Verhalten ist heutzutage umfassend süchtig."

Angenommen, wir wollen nicht so weiter machen, was ist dann zu tun? Wir können vorbeugen, indem wir die gesunden Kräfte in uns fördern. Doch was hat das alles mit Huckleberry Finn zu tun? Huck kommt trotz schlechtester Voraussetzungen – sein Vater ist ein gewalttätiger Säufer, Huck selber ist faul, verwahrlost und ohne festen Wohnsitz – bestens mit dem Leben klar. Er lebt nach seinen eigenen Regeln und in "einer eigenen, nicht vorfabrizierten Welt, die mit allen Sinnen erfahren und so in ihrer scheinbaren Banalität zum Abenteuer wird  – und zum Abenteuer in der Phantasie einlädt."

Thema dieses Buches, das sich an alle wendet, die mit Kindern zu tun haben, ist, "wie sich eine solche Rebellion in unserer Gegenwart umsetzen lässt, ohne allzu sehr Aussenseiter wie Huckleberry Finn werden zu müssen." Es handelt sich also um ein Plädoyer für eine kinderfreundliche Pädagogik. Doch nicht nur, es ist nämlich auch noch etwas ganz anderes: eine sehr deutliche Kritik an unserer Konsum-Diktat-Gesellschaft.

"Für den Umsatz, den Konsum in unserem Land ist eine brennende Phantasie gefährlich. Es kommt ein Zirkel in Gang, der genau dem der Suchtentstehung entgegengesetzt ist: Über eine Sparsamkeit der Mittel und ein Verweilen wird eine brennende Phantasie freigesetzt, die die Orte der Konsummanipulation in Schutt und Asche verfallen lässt. Freiheit von und vor Konsumvergiftungen fördert nämlich die Phantasie und setzt sich in vielen Lebensbereichen immer weiter fort."

Warum Huckleberry Finn nicht süchtig wurde  gründet auf dem Salutogenesekonzept von Aaron Antonovsky. Dieses fragt nicht danach, was krank macht, "sondern was Gesundheit entstehen lässt und erhält beziehungsweise bei Krankheit die Genesung fördert."

Eckhard Schiffer ist der Meinung, "dass Sucht in ihren verschiedensten Formen oft vermeidbar ist, wenn die Welt unserer Kinder vor Zerstörung bewahrt wird und unsere Kinder ihre schöpferischen Kräfte darin entfalten können." Der Homo faber genüge nicht, es brauche auch den Homo ludens.
 die Welt der Phantasie und die Welt des Träumens.

Es gehe darum, so Schiffer, einen guten Eigen-Sinn zu entwickeln. Für Huckleberry Finn ist charakteristisch, dass er "in sich selbst zuhause" ist. Und dies ist er, weil sein Selbstwertgefühl nicht von guten Schulnoten abhängt.

Warum Huckleberry Finn nicht süchtig wurde ist ein Plädoyer für Freiräume, in denen sich Kinder spielerisch entfalten können. "Am Anfang aller Aufklärung stünden die Selbstaufklärung über die suchtartige Verschreibung an das Leistungsprinzip unter Eltern und Lehrern und Schulbürokraten sowie das Wissen darum, dass das Spielen im Sinne von 'play' und die dazugehörigen Freiräume die wirksamste Immunisierung gegen Suchtgefährdung darstellen."

Eckhard Schiffer
Warum Huckleberry Finn nicht süchtig wurde
Anstiftung gegen Sucht und Selbstzerstörung bei Kindern und Jugendlichen
Beltz Verlag, Weinheim und Basel