Mittwoch, 26. September 2018

Let go of yesterday

Today is before us as an unformed experience. Yesterday took its own shape, and whatever it was has now gone. Our only opportunities exist in what we will do this day. Perhaps we can enhance the day by starting with a review of yesterday and then letting go. What were the major events in our experiences yesterday? How do we feel about them? Is something left unfinished in our feelings or actions that we need to complete or repair today? Can we take yesterday's experience to build a better today?

We have centered ourselves in this day by reviewing where we just came from. We have taken a spot check inventory. Now we can let go of yesterday and move forward in the present. That does not mean we never think about the past again. It means we build on the past by learning from our experiences and letting them shape our activities now. In that way we draw ever closer into accord with the will of our Higher Power.

Mittwoch, 19. September 2018

Eine Reise in die eigene Seele

Wie meine Freundin Penny zu sagen pflegt: Wenn man eine Schmerztablette nimmt, ist der Schmerz immer noch da, man spürt ihn nur nicht mehr. Wir alle brauchen unsere Trostpflaster, seien es Alkohol, Drogen, Affären, Kartenspiel, diverse Abhängigkeiten, Urlaube, Luxushotels oder Reiseerlebnisse, einfach nur um unser Leben zu bewältigen. Aber der müssige Reisende verzichtet wohl oder übel auf diese Pflaster und begibt sich auf eine Reise in die eigene Seele. Wenn er dabei einen Blick in die Hölle erhaschen muss, sei's drum. Er wird auch den Himmel erblicken. Und nach einem langen und beschwerlichen Aufstieg wird die Aussicht um so grossartiger sein.

Tom Hodgkinson

Mittwoch, 12. September 2018

Lebenskunst

Nur auf eine Kunst kommt es für mich an: Die Lebenskunst.

Was meint das? Das Leben als Gelegenheit zum Üben zu begreifen. Und was soll geübt werden? Das Leben. Geht es auch konkreter? Sicher, hier ein Beispiel.

Eine meiner Gewohnheiten ist es, Unangenehmes so schnell wie möglich hinter mich zu bringen. Die Idee dahinter ist – wenn es denn überhaupt eine Idee ist, ist es keine bewusste, von der mir klar ist, dass sie mein Verhalten leitet, sondern eine nachgereichte – , anschliessend das machen zu können, wozu ich mehr Lust habe. Leider ist es nun aber so, dass, kaum habe ich die eine unangenehme Sache (meist Probleme genannt) hinter mich gebracht, schon die nächste vor meiner Nase steht. Mit anderen Worten: Ich räume ständig so schnell wie möglich Probleme aus dem Weg, deren Anzahl sich deswegen jedoch nicht zu verringern scheint. Es ist eine Sisyphus-Arbeit.

Albert Camus hat einmal gemeint, man müsse sich Sisyphus als glücklichen Menschen vorstellen. In Tat und Wahrheit ist er das natürlich nicht, doch wenn er übt, kann er sich in diese Richtung entwickeln. Denn Üben bedeutet, sich auf das Wie zu konzentrieren. Die anstehenden 'Probleme' als das zu sehen, was sie sind: Gelegenheiten zum Üben.

Doch was um Himmels Willen soll man denn bloss üben? Sein Denken, Fühlen und Tun ins Gleichgewicht zu bringen. Sich selber zu meistern. Wem Unabhängigkeit und Selbstbestimmung ein attraktives Ziel ist, ist es aufgegeben, seine Impulse zu kontrollieren, seinen Gewohnheiten die Richtung vorzugeben. In meinem Falle bedeutet das, die Dinge langsam anzugehen, mir Zeit dafür zu nehmen, für das, was ich tue. Denn was ich tue ist mein Leben, wie ich damit umgehe, meine Verantwortung.

Hans Durrer, Juli 2018

Mittwoch, 5. September 2018

Süchtige sind Langweiler

Süchtige sind Langweiler, selbstmitleidige Langweiler. Und überdies feige. Ihr Beitrag zum Leben besteht darin, dass sie sich diesem verweigern. Und ihre Nächsten, die sich um sie sorgen, terrorisieren. Doch das ist ihnen egal. Sie sind ausschliesslich mit sich selber beschäftigt. Ich weiss, wovon ich rede, ich war auch einmal so.

Dass Süchtige auch Leidende sind, versteht sich. Dass sie Hilfe brauchen genauso. Tragisch ist, dass allzu viele glauben, dem sei nicht so, sie schafften es, wenn überhaupt, alleine. So wie ich das während gut zehn Jahren geglaubt habe. Und sie geben sich nicht nur Mühe, sie strengen sich wirklich an, sehr sogar. Und immer wieder von Neuem, doch selten mit anhaltendem Erfolg.

Einige versuchen es auch mit Therapie, und ja, die kann gelingen. Doch oft ist sie nicht viel mehr als ein Machtkampf zwischen Therapeut und Patient. Während der Therapeut die Schwachstelle des Patienten zu eruieren versucht, tut der Patient alles, um genau das zu verhindern.

Manch seelisch Leidenden ist nicht zu helfen, ihr Widerstand zu gross und zu heftig. Die Psychiatrieprofessorin Kay Redfield Jamison, die selber an einer bipolaren Störung leidet, berichtet in „Eine ruhelose Seele“ von einem solch herzzerreissenden Fall: „Nichts, was in der Macht der Medizin oder der Psychologie stand, konnte ihn dazu bringen, seine Medikamente lange genug zu nehmen, dass es ihm auf die Dauer gut ging. Lithium half ihm, aber er nahm es nicht.“

Doch Einstellungs- und Verhaltensänderungen sind möglich. Manchmal. Ich habe es erfahren. Und andere auch. Auf ganz unterschiedlichen Wegen.

Hans Durrer
Wie geht das eigentlich, das Leben?
Anregungen zur Selbst- und Welterkundung
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